Bis auf ein paar Moose gibt es in unseren Breiten keine Pflanzenart, die als sogenannter Epiphyt auf Bäumen wachsen kann, außer eben dieser Gewöhnliche Tüpfelfarn. Epiphyten sind Pflanzen, die sich auf der Rinde von Bäumen festklammern. Sie durchdingen die Rinde aber nicht und entziehen diesen deshalb auch weder Wasser noch Nährstoffe. Deshalb sind beispielsweise Misteln auch keine Epiphyten, da diese genau das Gegenteil tun und die Leitungsbahnen der Bäume parasitisch anzapfen.
Die Epiphyten vermeiden mit Ihrer „Aufsitzerstrategie“ die Konkurrenz zu anderen Arten am Boden und haben durch die erhöhte Position eine im Unterschied zum dunklen Waldboden bessere Lichtausbeute. Dadurch, dass die kontinuierliche Versorgung mit Wasser und Nährstoffen durch den Erdboden aber fehlt, haben Epiphyten besondere Anpassungen entwickelt.