Vom Fischweiher zum Kurpark
Das klingt tatsächlich nach einer steilen Karriere, die jedoch rund 600 Jahre in Anspruch nahm. Nachdem der Passauer Bischof Ulrich von Nußdorf das Mühlgericht zu Erlauzwiesel im Jahr 1472 erwarb, ließ er durch den Aufstau des Reichermühlbaches einen sechs bis sieben Hektar großen Fischteich anlegen, der nach der Säkularisation in Bayern in die Hand des bayerischen Staates kam. Dieser ließ den Weiher 1806 ablassen und verkaufte das 21 Tagwerk große Grundstück an 21 Interessenten. Bereits 1962 plante die Gemeinde Ratzing einen See zur Förderung des Tourismus anzulegen, was sie 1969/70 mit dem Kauf von ungefähr 15 Hektar der wenig ertragreichen Wiesenflächen weiter vorantrieben. Noch vor der Eingemeindung Ratzings nach Waldkirchen im Jahr 1970 wurde der Weiher fertiggestellt. Dabei lief der Reichermühlbach am See vorbei und speiste ihn nur über eine Rohr-Stichleitung mit Frischwasser. Mit dem Bau des Kurparks erfolgte die Sanierung des Weihers, um auch das Baden zu ermöglichen. Es wurden 65.000 m³ Schlamm entfernt und der Reichermühlbach-Zulauf geschlossen. Daraufhin wurde die Anlage unterteilt und das Wasser aus dem wenig verschmutzten Schambach über den alten Triebwerkskanal in einen Vorteich eingeleitet. Der Vorteich hat bei einer Länge von 120 Metern eine Breite von 56 Metern, eine Oberfläche von 6.800 m² und ein Volumen von 4.000 m³. Die Verweildauer im Vorteich, während der sich Feinteile absetzen können, beträgt etwa acht Tage. Das Wasser wird dann durch den Hauptdamm geleitet, der nicht betreten werden darf, zur Sicherstellung der Filterwirkung.
Zusammenfassend ist der Erlauzwieseler See als ehemaliger “Fischweiher“ ein beliebtes Ausflugsziel und ein vielseitiger Erlebnisort, der Groß und Klein zu allen Jahreszeiten begeistert. Ideen hierzu finden Sie in unseren Insider-Tipps.