Bayern lockert Corona-Regeln

Stand 31.08.2021

Für viele Innenräume gilt die 3G-Regel, dafür werden zahlreiche Beschränkungen gelockert. An Schulen soll es keinen Wechselunterricht mehr geben.

Mit neuen Corona-Regeln soll in Bayern laut Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine „neue Form der Freiheit“ kommen. Angesichts der Fortschritte beim Impfen werde es definitiv keinen Lockdown oder keine strengen Beschränkungen wie im Frühjahr mehr geben, sagte Söder nach Beratungen des bayerischen Kabinetts. Kontaktbeschränkungen im Privaten würden komplett aufgehoben.

Im Freien gibt es laut Staatskanzlei künftig keine Maskenpflicht mehr. Lediglich bei größeren Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern muss in den „Eingangs- und Begegnungsbereichen“ noch eine Schutzmaske getragen werden. Dagegen bleibt es bei der Maskenpflicht für die meisten geschlossenen Räume – zum Beispiel für Geschäfte und öffentliche Verkehrsmittel. Allerdings dürfen künftig auch medizinische Schutzmasken getragen werden. Aktuell sind in Bayern vielerorts nur FFP2-Masken erlaubt.

„Herzstück“ der neuen Corona-Verordnung die von 2. September bis einschließlich 1. Oktober gilt, werde 3G sein, betonte Söder. Zugang zu vielen Innenräumen soll ab Donnerstag nur für vollständig Geimpfte, Genesene und negativ Getestete möglich sein. 3G werde grundsätzlich innen gelten. Ausnahmen werde es für den öffentlichen Nahverkehr, den Handel und Privataushalte geben, erläuterte der Ministerpräsident. Im Freien soll ein Test erst bei Veranstaltungen mit 1.000 oder mehr Besuchern nötig sein.

Auch Discos dürfen im Oktober öffnen
Anfang Oktober sollen nach mehr als eineinhalb Jahren in Bayern auch Klubs und Diskotheken wieder öffnen dürfen. Wer weder geimpft oder genesen ist, soll dafür einen aktuellen negativen PCR-Test vorlegen müssen, ein Schnelltest wird also nicht reichen. Diese Öffnung sei die „mutigste Entscheidung“, sagte Söder.

Lockerungen für Gastronomie, Handel und Veranstaltungen
In der Gastronomie wird dem Ministerpräsidenten zufolge die Corona-Sperrstunde wieder abgeschafft. In Geschäften fallen die Obergrenzen für Kunden je nach Quadratmeterzahl weg.

Auch für Veranstalter von Kultur- und Sportevents sollen die Regeln gelockert werden. „Grundsätzlich sind wieder alle Veranstaltungen möglich“, betonte Söder. Weiterhin nötig bleibe ein Hygienekonzept. Die Unterscheidung zwischen Sitz- und Stehplätzen wird aufgehoben. Bei bis zu 5.000 Besuchern dürfen die Veranstalter die Platzkapazität komplett nutzen. Darüber hinaus dürfen 50 Prozent der vorhandenen Plätze belegt werden. In eine Halle mit 6.000 Plätzen dürfen laut Söder somit 5.500 Besucher. Falls dabei der Mindestabstand nicht gewährleistet werden kann, gilt bei Veranstaltungen in Innenräumen eine Maskenpflicht. Lässt sich der Mindestabstand einhalten, braucht es am Platz keine Maske.

Krankenhausampel löst Inzidenzwert ab
Die 7-Tage-Inzidenz, die bisher die Grundlage für Corona-Einschränkungen bildet, wird nicht mehr entscheidendes Kriterium sein. Stattdessen wird als Warnsystem eine Krankenhausampel eingeführt, die die Belegung von Krankenhäusern und Intensivstationen anzeigt. Es wird dabei zwei Warnstufen geben. Stufe Gelb soll gelten, sobald in Bayern innerhalb von sieben Tagen 1.200 Menschen wegen Covid-19 in ein Krankenhaus aufgenommen werden. Dann will die Staatsregierung verschärfte Regeln beschließen – zum Beispiel eine FFP2-Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen, Personenobergrenzen für Veranstaltungen. Die rote Warnstufe wird erreicht, wenn mehr als 600 Corona-Patienten auf den bayerischen Intensivstationen liegen. Dann sollen die Maßnahmen noch einmal verschärft werden, um eine Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern.

Kein Wechselunterricht in Schulen
In Bayerns Schulen soll es grundsätzlich Präsenzunterricht geben. Die Inzidenzschranken für Wechsel- und Distanzunterricht würden aufgehoben, kündigte Söder an. Vorläufig werde es eine Maskenpflicht auch im Unterricht geben. An weiterführenden Schulen werde dreimal pro Woche getestet, an Grundschulen zweimal. Die Quarantäne-Regeln würden gelockert. Da Schüler regelmäßig getestet werden, wird nach Angaben Söders der Schülerausweis als Test-Nachweis für den Zugang zu Innenräumen ausreichen.

Quelle: br.de