Jetzt grüble ich gerade darüber, in welcher Jahreszeit ich die Saußbachklamm am liebsten mag. Ich kenne jede ihrer Stimmungen: Im ersten Frühjahr verwandelt die Schneeschmelze die sonst so ruhig dahinplätschernde Saußbach in „Waldkirchen-Niagara“, das Tosen des durch die Schlucht stürzenden Wassers verschluckt jeden anderen Ton. Nur wenige Wochen später explodiert die Klamm in unterschiedlichsten Grüntönen der ausschlagenden Bäume. An heißen Sommertagen spendet die Klamm mit ihrem dichten Blätterwerk Kühle und der Saußbach gibt an vielen Stellen die Möglichkeit der Abkühlung und Erfrischung. Im Herbst wird die Klamm zum Indian Summer, vor einem strahlend blauen Himmel zeigt sie sich in prächtigen goldenen und roten Farben und der Weg durch die Klamm ist an vielen Stellen knöcheltief mit buntem Laub bedeckt. Was für ein Spaß dadurch zu laufen! Und mit dem ersten Schnee wird es still in der Klamm, nur noch der Schnee knirscht unter den Schuhen. Die Kälte formt Eiszapfen und bizarre Eisskulpturen, die bald darauf schon der ersten Frühlingsonne wieder weichen müssen.
Die wandelbare Klamm im Lauf der Zeit